Widerstand im Team wird oft als Störung wahrgenommen – dabei steckt in ihm häufig wertvolle Information: über Ängste, über ungelöste Fragen, über das, was wirklich wichtig ist.
Wer Widerstand ernst nimmt statt ihn wegzudrücken, gewinnt oft die eigentliche Lösung dazu.
Bei einer Reorganisation erlebte ich einen Mitarbeitenden, der sich in jedem Meeting quer stellte. Die naheliegende Reaktion wäre gewesen, ihn zu übergehen oder als „schwierig“ abzustempeln.
Stattdessen fragten wir ihn direkt: „Was genau macht dir an diesem Vorgehen Sorgen?“ Die Antwort war differenzierter, als irgendjemand erwartet hatte – er hatte auf ein Risiko hingewiesen, das im gesamten Planungsprozess übersehen worden war.
Widerstand ist selten grundlos. Er ist oft der Versuch, etwas Wichtiges sichtbar zu machen, das im normalen Ablauf keinen Platz findet. Wird er unterdrückt, verschwindet nicht das Problem – nur die Möglichkeit, es rechtzeitig zu lösen.
Seitdem behandle ich starken Widerstand nicht mehr als Hindernis, sondern als Signal: Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.