In vielen Brainstormings gewinnt die lauteste Stimme, nicht die beste Idee. Dabei entstehen die tragfähigsten Lösungen oft im Hintergrund, bei denen, die zuerst zuhören, bevor sie sprechen.
Gute Ideenfindung beginnt damit, Räume zu schaffen, in denen auch leise Stimmen gehört werden.
In einem Workshop bat ich einmal alle Teilnehmenden, ihre erste Idee für sich aufzuschreiben, bevor überhaupt jemand sprach. Das Ergebnis überraschte viele: Die Ideen der sonst eher zurückhaltenden Personen waren im Schnitt durchdachter – nicht lauter, aber tragfähiger.
Das Problem klassischer Brainstormings liegt selten an fehlender Kreativität. Es liegt an der Struktur: Wer schnell und selbstbewusst spricht, dominiert den Raum, während andere noch formulieren, was sie eigentlich meinen.
Wirksame Ideenfindung braucht deshalb bewusste Pausen. Zeit zum stillen Nachdenken, bevor diskutiert wird. Kleine Gruppen statt grosser Runden. Und die Bereitschaft, eine leise geäusserte Idee genauso ernst zu nehmen wie eine laut vorgetragene.
Die besten Lösungen, die ich in den letzten Jahren begleitet habe, kamen fast nie aus dem lautesten Moment eines Workshops. Sie kamen aus der Stille danach – wenn jemand sagte: „Ich hätte da noch eine Idee, die mir vorhin nicht eingefallen ist.“