Zwischen Terminen, Nachrichten und ständigen Unterbrechungen wirkt echter Fokus fast wie ein Luxus. Dabei ist er trainierbar – wie ein Muskel.
Der erste Schritt ist oft der einfachste: bewusst entscheiden, woran man gerade nicht arbeitet.
Viele Menschen, mit denen ich arbeite, versuchen, Fokus durch mehr Disziplin zu erzwingen. Das funktioniert selten dauerhaft – Disziplin ist eine begrenzte Ressource, die im Laufe des Tages abnimmt.
Wirksamer ist es, die Umgebung so zu gestalten, dass Fokus leichter fällt: feste Zeitfenster ohne Benachrichtigungen, ein klar definiertes „Heute nicht“ für alles, was warten kann, und die bewusste Entscheidung, nicht auf jede Anfrage sofort zu reagieren.
Ein Klient von mir hat testweise für zwei Wochen alle Benachrichtigungen ausser Anrufe deaktiviert. Sein erster Kommentar danach: „Ich habe vergessen, wie sich ein ungestörter Gedanke anfühlt.“
Fokus entsteht nicht dadurch, dass man versucht, alles gleichzeitig im Blick zu behalten. Er entsteht, wenn man den Mut hat, bewusst nicht alles im Blick zu behalten.