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Der unmotivierte Mitarbeiter

Vor einigen Jahren sass mir ein jüngerer Mitarbeiter gegenüber, der mich wahnsinnig machte.

22, vielleicht 23 Jahre alt, ungepflegt, null Interesse, null Engagement. Er erledigte seine Aufgaben knapp – aber ohne jede Begeisterung, ohne inneres Feuer. Als würde er nur die Zeit absitzen bis Feierabend.

Erst als ich aufhörte, ihn zu bewerten, und begann, genau hinzuschauen, zeigte sich: Es fehlte ihm nicht an Fähigkeiten. Es fehlte ihm an einem Grund.

In den Wochen danach änderte ich meine Fragen. Nicht mehr „Warum machst du das nicht richtig?“, sondern „Was würde dich hier wirklich interessieren?“. Die erste Antwort war ein Schulterzucken. Die zweite ein zögerliches „Keine Ahnung, hat mich noch nie jemand gefragt.“

Wir begannen, kleine Verantwortungsbereiche neu zu verteilen – nichts Grosses, aber Dinge, bei denen er selbst entscheiden durfte. Innerhalb weniger Wochen veränderte sich etwas: Er kam früher, blieb länger, brachte eigene Vorschläge ein.

Am Ende war klar: Motivation lässt sich nicht einfordern. Sie entsteht, wenn Menschen das Gefühl bekommen, dass ihre Arbeit einen Unterschied macht – und dass jemand ihnen zutraut, diesen Unterschied selbst zu gestalten.