Es gibt einen Moment, in dem aus einer Position plötzlich echte Führung wird: wenn jemand eine Entscheidung trifft, ohne sich hinter dem Team zu verstecken.
Dieser Moment lässt sich nicht erzwingen. Aber man kann sich darauf vorbereiten.
Ich habe diesen Moment oft bei neu ernannten Führungskräften beobachtet. In der Theorie wissen sie, was von ihnen erwartet wird. Aber erst in der ersten wirklich unangenehmen Entscheidung – eine Kündigung, ein Konflikt, ein unpopulärer Kurswechsel – zeigt sich, ob aus der Position tatsächlich Führung wird.
Viele weichen in diesem Moment aus. Sie verschieben die Entscheidung, holen weitere Meinungen ein, warten auf mehr Daten. Manchmal ist das klug. Oft ist es Vermeidung.
Vorbereitung auf diesen Moment bedeutet nicht, jede mögliche Krise durchzuspielen. Es bedeutet, sich vorher klarzumachen, für welche Werte man einstehen will, wenn es schwierig wird – damit man in der Situation selbst nicht bei null anfangen muss.
Führung entsteht nicht im Titel. Sie entsteht in dem Moment, in dem jemand eine Entscheidung trifft und dafür geradesteht, auch wenn nicht alle einverstanden sind.